Die Recording Industry Association of America (RIAA) hat heute ihre Jahresend-Statistiken veröffentlicht. Eine interessante Lektüre, wenn man sich für Machtverhältnisse interessiert: Die deutschen Autohersteller haben (nach Angaben von Bernd Gottschalk, dem Vorsitzenden des Verbandes der Automobilindustrie, im Manager-Magazin) im vergangenen Jahr einen Umsatz von 208 Milliarden Euro gemacht - die Mitglieder der RIAA (also alle Major Labels und einige mehr) kamen auf knapp 11,9 Milliarden Dollar (9,8 Milliarden Euro). Und dabei waren die "suggested retail prices", also die empfohlenen Verkaufspreise, die Berechnungsgrundlage (Pressemitteilung hier, Zahlen hier(PDF, 55 KB), die sicher an der Ladentheke nicht erzielt werden konnten. Damit hat die deutsche Autoindustrie etwa 21 Mal so viel Umsatz erzielt wie die RIAA-Mitglieder.
Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich: Wie kann eine Industrie, die einen derart lächerlichen Umsatz macht, einen so großen Einfluß auf die Politik haben? Jahrzehnte lange Übung, wie ich aus der Literatur zum Thema weiß. Aber ab und zu einen Hinweis auf die Größenverhältnisse zu geben, kann ja nicht schaden.
Posted by Matthias Spielkamp at 05.03.04 17:03