Griefahn erinnert daran, dass man sich auf dem ersten Kongress vor zwei Jahren getroffen habe aus dem Wunsch heraus, Kultur und Wirtschaft zusammenzubringen. Dabei habe es sehr viele Berührungspunkte gegeben, aber nicht alles sei diskutiert worden. Daher treffe man sich heute wieder.
Wichtig sei dabei, dass es eine: Zusammenarbeit gebe zwischen der Musikwirtschaft, der Kultiurpolitischen Gesellschaft, dem Parlament, dem BMWA und der Staatsministerin für Kultur.
Schon vor zwei Jahren sei von Krise der Musikwirtschaft gesprochen worden, doch es sei eine differenzierte Krise – manche Bereiche laufen gut, etwa die Konzerte, aber der Massengeschmack werde zu sehr betont.
Nun werde das Urheberrecht mit dem so genannten Zweiten Korb weiter reformiert, und die Möglichkeiten der Breitbandtechnologie seine noch gar nicht klar oder ausgeschöpft.
Evident sei allerdings, dass eine zu stromlinienförmige Vermarktung innerhalb der Plattenindustrie, eine Vernachlässigung des Nachwuchses und des nicht-Mainstreams auch zur Krise geführt habe.
CDs seine zu teuer, vor allem für Jugendliche, die die Hauptkäuferschicht darstellen sollten. Hier sei die Musikindustrie nicht auf Konsumentenwünsche eingegangen, was sie jetzt durch legale Vertiebswege im Internet oder übers Handy wettzumachen versuche. Das sei die Zukunft: Die Technik werde erschwinglicher, die Branche brauche neue Arten von Kooperation, die technischen Plattformen und Geschäftsmodelle müssen gemeinsam entwickelt werden, Parlament und Gesetzgeber die Rahmenbedingungen dafür schaffen.
Zum Beispiel habe die Regierung gerade etwa vier Milliarden Euro für Ganztagsschulen bereit gestellt – das sei eine große Chance, auch musische Fächer wieder stärker zu fördern.
Vielfalt sei am Ende der Garant für den Erfolg, denn nur dann sei Musik interessant und mache neugierig.
Zur Frage der Abgaben an die Künstlersozialkasse sagte Griefahn, das „wollen wir auch politisch gestalten“ – wobei sie nicht auf Details einging.
Posted by Matthias Spielkamp at 26.04.04 22:50