26.04.04

Gerd Gebhardt, IFPI

Das Problem der IFPI sei nicht der Internet-Download, sondern die 1:1-Kopie zuhause unter dem Deckmantel der Privatkopie. Durch die Privatkopie werde eine ganze Industrie geopfert, und die politischen Parteien sollten sich überlegen, ob sie das unterstützen wollen. Sie sei im digitalen Zeitalter nicht mehr nötig.

Auf Nachfrage in der Pressekonferenz widersprachen dieser Aussage weder Christa Weiss noch Monika Griefahn. Beide betonten zwar, dass die Privatkopie im Zweiten Korb nicht abgeschafft werden solle, sondern eine Zwischenlösung gefunden werden müsse – aber das Wort Zwischenlösung impliziert ja eben genau, dass diese solange gelten soll, bis eine andere – technische – Lösung zuverlässig einsetzbar ist. In diesem Sinn geben beide Politikerinnen auf lange Sicht der Privatkopie keine Überlebenschance.

Gebhardt weist darauf hin, dass in den Statistiken der GFK für 1995 ein Ausgabenanteil am gesamten Medienbudget von fünf Prozent für Leermedien stehe, im Jahr 2003 nur noch vier Prozent. Diese Zahlen verfälschten die Realität, weil heute die Preise für Leermedien wesentlich niedriger sind als noch vor zehn Jahren. In der Tat ist die Zahl der CD-Rohlinge von etwa 50 Millionen im Jahr 1998 auf mehr als 700 Millionnen im Jahr 2003 gestiegen.

Posted by Matthias Spielkamp at 26.04.04 22:52
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