26.03.04

Free Culture for free

In diesem Fall, um mit Richard Stallmans Worten zu sprechen: Free as in free speech - and as in free beer.

Wer's noch nicht gesehen hat: Lessigs neues Buch "Free Culture" ist im Netz erhältlich - völlig legal, kostenlos und (natürlich) unter einer Creative-Commons-Lizenz. Aber nur für kurze Zeit, also beeilt Euch. (Na gut, schon klar: wenn's einmal im Netz ist, wird es immer im Netz sein...)

Viel Spaß beim Lesen!

Posted by Matthias Spielkamp at 11:24 | Comments (0)

EC erects toll booth for Microsoft's open source rivals

Eigentlich wollte ich in diesem Blog nicht einfach auf andere Artikel verweisen, weil ich das für eine relativ unfruchtbare Veranstaltung halte. Wer liest schon gern ein Blog, um dann darauf hingewiesen zu werden, dass man besser woanders hingehen sollte, weil's da was Schlaues zu lesen gibt. Aber gut: Manche schlauen Dinge fallen einem eben nicht immer selber ein ;-)

Andrew Orlowski von "The Register" hat in seinem Artikel "EC erects toll booth for Microsoft's open source rivals" das MS-EU-Urteil gegen den Strich gebürstet und kommt - meiner Ansicht nach überzeugend - zum Ergebnis, dass es eine Gefahr für Free and Open Source Software ist.

Posted by Matthias Spielkamp at 11:17 | Comments (0)

12.03.04

Der echte Gilmore

Stefan Bechtold, der sich nicht entscheiden kann, ob sein Foto auf dem Kopf stehend oder 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht besser aussieht ;-), und dessen Blog zu TC und anderen interessanten Dingen ich jetzt auch endlich in meine Linkliste aufnehme, hat mich darauf hingewiesen, dass das genaue Zitat von John Gilmore auf dessen Homepage steht. Na, so eine Überraschung! Manchmal sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht. Dieses Mal ohne weitere Konsequenzen, da das Zitat sinngemäß ohnhein das gleiche ist: "The Net treats censorship as damage and routes around it." Aber wenn man es schon genau haben kann, sollte man es auch verwenden. Hiermit getan.

Posted by Matthias Spielkamp at 18:23 | Comments (0)

07.03.04

Endlich: Mehr Kontrolle im Netz!

"Das Netz selber ist dumm, die Intelligenz sitzt an den Enden" - so kann man die Haupteigenschaft der TCP/IP-Architektur zusammenfassen. Aber das ist kein Bug, sondern ein Feature.

Im Gegensatz etwa zu Telefonnetzen, bei denen die Endgeräte "dumm" sind, aber die Intelligenz im Netz selber steckt, wird diese Eigenart des Internets von vielen als der entscheidende Vorteil gesehen, der nicht nur sein rasantes Wachstum ermöglicht hat - und bisher noch ermöglicht -, sondern auch bewirkt, dass nur eine sehr geringe Kontrolle der Inhalte durchgesetzt werden kann, die im Netz kursieren. Die Versuche der chinesischen Behörden, unliebsame Informationen zu filtern, sind ein gutes Beispiel für die Schwierigkeiten - aber auch die Möglichkeiten - in dieser Auseinandersetzung.

Lawrence Lessig argumentierte allerdings bereits 1999 in seinem bahnbrechenden Buch "Code and other laws of cyberspace", dass genau diese Eigenschaft langsam, aber sicher verschwindet. Kontrolle ist zu vielen, die Einfluss auf die Struktur des Netzes haben, sehr wichtig, so dass sie durch neue Standards für Protokolle in die Netze eingebaut wird.

"The Net interprets censorship as damage and routes around it" - so lautete 1996 die berühmt gewordenen Aussage von John Gilmore, einem der Mitgründer der Electronic Frontier Foundation ("Das Netz interpretiert Zensur als Schaden und umgeht sie" - der exakte Wortlaut ist so leicht nicht aufzutreiben, aber da es auf den Seiten der EFF so zitiert wird, gehe ich mal davon aus, dass Gilmore nichts gegen diese Version einzuwenden hat). Das ist erst als emphatische Realitätsbeschreibung verstanden worden; heute wird die Aussage oft als blauäugig hingestellt. Ich halte Gilmore, der sicher mehr vom Netz, seiner Entstehung und seinen Eigenschaften kennt als die meisten seiner Kritiker, zugute, dass er den Satz damals bereits als Manifest gemeint haben könnte, in dem Sinn "wir Cyber-libertarians betrachten Zensur im Netz als Schaden und werden dafür sorgen, dass es sie umgeht."

Wie auch immer: Grund für diesen Eintrag ist - nach langer Vorrede - ein Artikel in der EE Times ("EE Times has been the electronics industry's newspaper of record for 30 years" - so die Selbstbeschreibung im Newsletter). In ihm werden verschiedene neue Technologien vorgestellt, die die Kontrolle der Daten, die über das Internet versendet werden, erstens enger in die Architektur des Netzes einbinden, und zweitens den Schwerpunkt dieser Kontrolle auf den Inhalt der Daten verlagern. Für jeden, den dieses Thema interessiert, eine lohnenswerte Lektüre.

Posted by Matthias Spielkamp at 13:02 | Comments (1)

05.03.04

Autoindustrie vs. Plattenverkäufer: 21:1

Die Recording Industry Association of America (RIAA) hat heute ihre Jahresend-Statistiken veröffentlicht. Eine interessante Lektüre, wenn man sich für Machtverhältnisse interessiert: Die deutschen Autohersteller haben (nach Angaben von Bernd Gottschalk, dem Vorsitzenden des Verbandes der Automobilindustrie, im Manager-Magazin) im vergangenen Jahr einen Umsatz von 208 Milliarden Euro gemacht - die Mitglieder der RIAA (also alle Major Labels und einige mehr) kamen auf knapp 11,9 Milliarden Dollar (9,8 Milliarden Euro). Und dabei waren die "suggested retail prices", also die empfohlenen Verkaufspreise, die Berechnungsgrundlage (Pressemitteilung hier, Zahlen hier(PDF, 55 KB), die sicher an der Ladentheke nicht erzielt werden konnten. Damit hat die deutsche Autoindustrie etwa 21 Mal so viel Umsatz erzielt wie die RIAA-Mitglieder.

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich: Wie kann eine Industrie, die einen derart lächerlichen Umsatz macht, einen so großen Einfluß auf die Politik haben? Jahrzehnte lange Übung, wie ich aus der Literatur zum Thema weiß. Aber ab und zu einen Hinweis auf die Größenverhältnisse zu geben, kann ja nicht schaden.

Posted by Matthias Spielkamp at 17:03 | Comments (0)

das analoge Loch gestopft?

Wohl eher nicht. Die britische Firma DarkNoise Technologies hatte es behauptet, was natürlich mein Interesse geweckt hat. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass es mit der Behauptung nicht weit her ist. Zumindest glauben Audio-Experten nicht daran, dass es wie angegeben funktionieren kann (siehe dazu meinen Artikel in Spiegel Online, der nun auch schon ein wenig älter ist, aber ich hatte bisher keine Zeit, ihn hier einzustellen).

Im Artikel kommt der Test-Chef des Magazins "Audio" zu Wort; nach Redaktionsschluss hat mir der Wasserzeichen-Experte Robert Bäuml vom Fachbereich Information Transmission der Universität Erlangen-Nürnberg dessen Einschätzung bestätigt.

Aber interessant ist es schon, auf welche Ideen die Leute kommen, um die Vorteile immaterieller Güter abzuschaffen, statt sich zu überlegen, wie man davon profitieren kann.

Posted by Matthias Spielkamp at 09:07 | Comments (0)

02.03.04

Also, ehrlich gesagt...

...geht mit das ein wenig auf den Keks. Nun habe ich die neueste Version der MT-Software installiert, und dennoch sieht alles aus wie Grütze, wenn ich ein anderes als das Standard-Stylesheet nehme. Aber wenigstens ist das Blog auf diese Art wieder zugänglich, wenn ich diesen Look auch alles andere als sexy finde. Ich werde mich weiter bemühen, der Ursache auf die Spur zu kommen.

Posted by Matthias Spielkamp at 23:15 | Comments (0)